Impuls des Tages

 

 

Lukas 2, 41-52 Fest der Heiligen Familie – Pater Albert Bagood, OSB

Die heutige Lesung des Evangeliums zeigt zunächst, wie sehr Maria und Josef sich um ihren Sohn Jesus kümmern. Sie fasst aber auch die nächsten 18 Jahre im Leben Jesu zusammen. Die Kirche ermutigt uns, uns von der Familie Jesu, Marias und Josef inspirieren zu lassen, in ihnen Vorbilder zu sehen und uns bei ihnen Ermutigungen zu holen. Sie waren eine vorbildliche Familie, in der beide Eltern hart arbeiteten, einander halfen, einander verstanden und akzeptierten und sich gut um ihr Kind kümmerten. An diesem Fest sind alle Eltern eingeladen, sich selbst zu prüfen und zu sehen, wie gut sie der schweren Verantwortung nachkommen, die Gott ihnen gegenüber ihren Kindern auferlegt hat. Diese Verantwortung kann dann erfolgreich wahrgenommen werden, wenn die Eltern selbst ein gutes Verhältnis zueinander haben, wie Maria und Josef. Und deshalb, liebe Eltern, vermeidet es bitte, eure Familie in einen Gerichtssaal zu verwandeln, lasst sie stattdessen zu einem Beichtstuhl werden. Wenn Mann und Frau anfangen, wie Anwälte zu streiten, um ihr Verhalten zu rechtfertigen, wird ihre Familie zu einem Gerichtshof, und keiner gewinnt. Wenn Mann und Frau hingegen – wie in einem Beichtstuhl – bereit sind, ihre Fehler zuzugeben und zu versuchen, sie zu korrigieren, wird die Familie himmlisch.“ Familie ist nicht nur eine Frage der Zahl. Es geht vielmehr um eine gute Qualität der Beziehungen, die die Bindung jedes einzelnen Mitglieds enger und beruhigender macht. Der verbindende Faktor ist natürlich Liebe, und diese Liebe gibt einem die Gewissheit, dass man nicht allein und verlassen ist.

Das Fest der Heiligen Familie findet zwischen Heiligabend und Neujahr statt. Zu beiden Anlässen kommen unsere Familien oder Gemeinschaften oder besondere Gruppen zusammen und pflegen diese Liebesbeziehung. Es ist schön, diese Festtage zu feiern. Für Mütter oder jeden, der besondere Speisen und Geschenke vorbereiten muss, ist es anstrengend und stressig. Wenn man jedoch sieht, wie alle mit Lächeln und Freude zusammenkommen, denkt man: Es ist all die Mühe und den Stress wert, denn in diesem Moment denkt niemand, dass er oder sie allein oder verlassen ist.

Vor einigen Jahren wurde eine Studie durchgeführt, um die amerikanische Stadt mit der geringsten Krebs- und Herzkrankheitsrate zu ermitteln. Gewinner war Roseto, Pennsylvania. Viele Experten besuchten die Stadt in der Erwartung, eine Stadt voller Nichtraucher zu finden, Menschen, die sich richtig ernähren, regelmäßig Sport treiben und ihren Cholesterinspiegel genau im Auge behalten. Zu ihrer großen Überraschung stellten die Forscher jedoch fest, dass nichts davon zutraf. Sie fanden stattdessen heraus, dass die gute Gesundheit der Stadt mit den engen familiären Bindungen zusammenhing, die innerhalb der Gemeinde herrschten. Dies lässt darauf schließen, dass eine enge und liebevolle Familienbeziehung Gesundheit und Wohlbefinden fördert. Lasst uns um die Gnade beten, in unseren eigenen Familien oder Gemeinschaft füreinander zu sorgen, für jedes Mitglied unserer Pfarrgemeinde und für alle Familien der Universalkirche. Ja, wir beten, weil eine Familie oder Gemeinschaft, die zusammen betet, bleibt zusammen. Möge Gott alle unsere Familien im neuen Jahr segnen!

Lukas 3, 1-6 Die Vorbereitung auf die Ankunft Gottes / Pater Albert OSB

Im Bibelgebetsabend des Klosters, der zweimal im Monat und Dienstagabend stattfindet, rezitieren wir gemeinsam das Eröffnungsgebet. Ein Teil davon lautet: Guter Gott, hilf mir, ruhig zu werden und deine Stimme zu hören. Schärfe meine Ohren für die Botschaft aus der Stille. Hilf mir, abzulegen, was mich daran hindert, dir zu begegnen.

Dieses Gebet hilft uns, uns auf die Begegnung mit dem Herrn in der Bibel und in der Anbetung Gottes im Allerheiligsten Sakrament vorzubereiten. Es ist eine Vorbereitung des Herzens, die in der heutigen Lesung des Evangeliums irgendwie gefordert wird. Der Text kündigt an, dass der Weg des Messias bereitet werden muss. Er ist zu allen Menschen gekommen.

Die Juden damals dachten, das Problem läge hauptsächlich bei den Römern, die sie politisch unterdrückten. Johannes machte ihnen klar, dass das Problem eigentlich bei ihnen lag und nicht bei den Römern. Sie sollen das: „Ich muss mit Gott ins Reine kommen.“ Ernst nehmen.

Und was sollten sie und wir tun, um sich vorzubereiten: Johannes sagt: Täler zu füllen, Berge zu ebnen, krumme Straßen gerade und holprige Straßen glatt zu machen. Johannes ruft uns dazu auf, Gottes Bulldozer die Landschaft unseres Geistes und Herzens umgestalten zu lassen. Sich auf Gottes Ankunft vorzubereiten bedeutet, Gott alles demütigen überlassen, was in uns Stolz und Selbstzufrieden ist, und Gott heilen und aufrichten zu lassen, was zerbrochen und niedergeschlagen ist. Die Vorbereitung auf die Ankunft Gottes bedeutet eine Veränderung des Herzens, nämlich die Wandlung hin zu einem Herzen, das für Gott schlägt.

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