Impuls des Tages

 

 

                                                Geschichte und Gnade

Der SGD 2021 ist ein Teil der Menschheitsgeschichte. Die diesjährige SGD war für uns eine große Herausforderung hinsichtlich ihrer Kontinuität. Aber Gnade spielt in jedem SGD, dass wir hatten, eine größere Rolle, und aus diesem Grund sind wir an diesem Punkt angekommen, an dem Weihnachten nur noch vor unserer Haustür wartet.

Historische Ereignisse sind sichtbar und manchmal störend. Aber die Gnade des Friedens, der Liebe und des Vertrauens, die der Geist Jesu schenkt, wird durch demütiges Gebet und liebevollen Dialog mit ihm erfahren, und das ist weniger sichtbar und sicherlich angenehm und tröstlich.

Wenn wir in diesem stillen Dialog mit Jesus sind, sind wir jenseits der Geschichte. Wir gehen über Wut und Sorgen, Frustrationen und Verzweiflung hinaus. Wir sind in der Ewigkeit, weil Jesus die Ewigkeit ist. Dies können wir erleben, wenn wir während der Heiligen Messe und der Aussetzung des Allerheiligsten beten; wenn wir Jesus tief in unserem Herzen begegnen…

Jesus tief in unseren Herzen zu treffen ist eigentlich die Bedeutung von Weihnachten. Aus diesem Grund kann ich sagen, dass Weihnachten in jeder SGD stattfindet.

Ich danke Ihnen allen, dass Sie sich uns bei der Begegnung mit Jesus angeschlossen haben. Lasst uns während der SGD weiterhin Jesus in der Stille unserer betenden Herzen erleben. Laden Sie Ihre Freunde, Verwandten und Nachbarn ein, damit auch sie Gnade, Liebe und Frieden erfahren können.

Wir sehen uns nächstes Jahr. Mit Gottes Segen hoffen wir, Sie in unserer nächsten SGD am 21. Januar 2022 zu sehen.

 

                         „Stammbaum Jesu Christi”: Unsere Zukunft ist Gott

Die Menschen sind über Internet und Smartphones verbunden. Im Saarland ist es oft möglich zu erkennen, wie eine Person möglicherweise auf besondere Weise mit einer anderen Person verbunden ist, indem man ihren Stammbaum zusammenstellt. In den meisten Fällen stellen sie fest, dass sie Cousins oder ähnliches sind. Dieser Stammbaum oder diese Familienverbindung ist auch für die Juden gerade zur Zeit Jesu sehr wichtig. Matthäus, der den gerade gelesenen Evangelien Text verfasste, kannte seinen Beruf und kann als gelehrter oder gebildeter Jude angesehen werden, zumindest kannte er seine Mathematik gut und kann ordentliche Aufzeichnungen führen.

Vor seiner Berufung als Apostel Jesu war Matthäus einer der von der römischen Regierung bestimmten Zöllner. Diese Steuereintreiber hatten bei einigen der von ihnen festgesetzten Gebühren einen beträchtlichen Spielraum, was zu Korruption und entsprechenden Ressentiments führte. Sie wurden von den Hebräern nicht nur gehasst und verachtet, weil sie heidnische Verbündete waren, sondern auch, weil sie oft unterdrückerisch und unehrlich waren. Und so werden auch im Evangelium oft Zöllner und Sünder zusammengefasst.

So schrieb Matthäus die einleitende Aussage des Evangeliums: „Dies ist der Stammbaum von Jesus, dem Messias, dem Sohn Davids, des Sohnes Abrahams“. Die Erwähnung der Namen David und Abraham rückt den Stammbaum Jesu aus hebräischer Sicht ins Rampenlicht. Matthäus betont, besonders gegenüber den Juden seiner Zeit, dass die Abstammung Jesu bis zu den Anfängen der israelitischen Geschichte zurückreicht, beginnend mit Abraham, dem Vater der Nationen, und einschließlich David, dem königlichen Vorfahren Jesu.

Wenn wir jedoch tiefer in die Genealogie von Matthäus eintauchen, können wir einerseits feststellen, dass die menschliche Abstammung Jesu hauptsächlich aus Sündern besteht, die sich von Gottes Weg abwandten und ihre selbstsüchtigen Interessen verfolgten. Andererseits zeigt diese Genealogie, wie Gott sein Versprechen hielt, seinem Volk trotz der Sündhaftigkeit Israels nahe zu bleiben. Mit der Menschwerdung seines Sohnes Jesus Christus, unseres Herrn, des Messias, erreichte diese Verheißung ihre Fülle.

Und so kam Jesus aus dieser sündigen und dunklen menschlichen historischen Vergangenheit zu einer bestimmten historischen Zeit, um Erlösung, Licht, Gnade und neues Leben zu schenken. Mit dem ersten Kommen Jesu hat Gott eine neue und wundervollere Verbindung zu seinem Volk aufgebaut. Wir sind nicht nur sein Volk, sondern seine Kinder!

Aus der Genealogie Jesu können wir unter anderem sehen, wie Gott allmächtig und Allweise, liebevoll und barmherzig zu uns ist. Er kann durch alle Arten von Menschen wirken, sogar mit Sündern. Sein eingeborener Sohn konnte Matthäus von einem Zöllner in einen Apostel verwandeln. Er aß mit Zöllnern und Sündern und fühlte sich bei Zachäus, einem anderen Zöllner, zu Hause. Er kam für uns Sünder, nicht für die Gerechten. Er ist bei uns Sündern zu Hause!

Der Punkt ist, selbst wenn es in unserer Vergangenheit einen dunklen Weg gibt, kann daraus Großes entstehen, wenn wir durch Jesu barmherziges Herz um Vergebung und Heilung bitten und ihm erlauben, in unserem Leben und in unseren Herzen zu wohnen. Das können wir am besten durch das Sakrament der Beichte. Die Adventszeit und Weihnachten geben uns dazu Gelegenheit. In diesem Moment und in dieser Feier haben wir die Zeit, unser Engagement für Gott zu erneuern, um Vergebung zu bitten und Ihn in unseren Herzen wohnen zu lassen.

Tatsächlich wird jeder von uns durch seine Vergangenheit geformt, aber die Bedeutung dieser Vergangenheit wird nur durch unsere Zukunft vollständig bestimmt, und unsere Zukunft ist Gott.

 

 

Marienandacht 2021 Abteikirche St. Mauritius zu Tholey

Am 16. Mai organisierte die Abtei-Tholey eine Marienandacht in der Kirche. Der Abt Mauritius leitete die Andacht, und die Sänger und Sängerinnen der Klosterband St. Mauritius sorgten für die musikalische Begleitung. Es gab eine Reihe von Überlegungen und Gebeten. Im Mittelpunkt stand die Erscheinung unserer lieben Frau von Fatima und das von Cordula Wöhler geschriebene Lied „Segne du Maria“.

In diesem Krisenjahr 2021 erlebten wir ein seltenes Ereignis, das wie ein Wink der göttlichen Vorsehung erscheint: am 13. Mai 2021 begegnete gewissermaßen die Gottesmutter ihrem Sohn. Der 104. Jahrestag der ersten Erscheinung von Fatime fiel auf das Hochfest Christi Himmelfahrt. Tatsächlich riefen verschiedene Mystiker und Botschaften von Erscheinungsstätten die Christenheit auf, den 13. Mai 2021 als Tag der Wiedergutmachung für die Sünden unserer Zeit mit drei Gebetsstunden zu begehen. Auch Papst Franziskus lud an diesem Tag die Weltkirche zum gemeinsamen Rosenkranzgebet für das Ende der Corona-Pandemie und den Frieden in der Welt ein.

Mit dem Vertrauen eines Kindes wendet sich Cordula an Maria und bittet um ihren mütterlichen Segen. Sie sucht den Frieden und den Himmel. Die Segensbitte gilt umfassend: „all mein Denken, all mein Tun“. Nichts soll davon ausgeklammert werden. Bitten auch wir um diesen Segen:

Alles Denken und Tun soll vom Segen begleitet sein, damit es dem Frieden dient und zum Himmel führt. Hektik, Unruhe und Angst sollen von uns abfallen. Aus dem Segen wächst eine wunderbare Ruhe-für den Tag und für die Nacht. Wie oft gibt es Situationen, die uns aus der Ruhe bringen können. Bitten wir um den Segen Mariens, damit wir rund um die Uhr von einer heiligen Ruhe getragen werden.  Die erste Strophe des Liedes drückt dies sehr schön aus.

Segne Du, Maria (1. Strophe)  :

Segne du Maria, segne mich dein Kind. / Dass ich hier den Frieden, dort den Himmel find! / Segne all mein Denken, segne all mein Tun, / Lass in deinem Segen Tag und Nacht mich ruhn!

 

 

Es gibt vieles, das nicht ausfällt.

Im letzten Jahr hat die Corona-Krise das öffentliche Leben sehr belastet. Auch die Kirche hat unter den Einschränkungen gelitten. Die Pandemie fiel ausgerechnet in die Fasten- und Osterzeit, in das Herzstück des christlichen Glaubens. In meiner Enttäuschung schrieb ich einem Freund: „Alles fällt aus: die Schule, die Gottesdienste, die Predigten, die Karwoche, die Aufführungen „Jesus Christ Superstar“ in unserem Kloster- und Ostern fällt aus“. 

Mein Freund antwortete mir: Corona behindert uns in der Tat. Aber es gibt vieles, das nicht ausfällt. Gott ist nicht abgeschafft. Die Kerzen und das Beten in der Kirche ist nicht abgeschafft. Die Liebe ist nicht abgeschafft, Ostern und der Himmel sind nicht Abgeschafft, die Musik ist nicht abgeschafft, die Sonne und die Sterne sind nicht abgeschafft, der Frühling mit all seinen Blumen sind nicht Abgeschafft, Lachen und Träumen sind nicht abgeschafft, die Hoffnung ist nicht abgeschafft. Wenn ich also über diese Krise nachdenke, stelle ich fest: Das meiste ist nicht abgeschafft; Das Entscheidende und das Wesentliche ist noch da.“

Ein Pessimist sieht in jeder Krise einen Weltuntergang. Ein Optimist bewahrt sich den Blick für das Gute und Schöne. 

-P. Wilhelm Ruhe, Bardeler Fastenmeditationen, Bad Bentheim: Verlag Dom Buchhandlung, 2021.

 

„Das Leben – Ein Geschenk“

Gott, wir leben. Wir arbeiten, um zu leben. Wir genießen das Leben. Wir bangen um unser Leben. Aber leben wir wirklich? Was meinen wir mit Leben? Was ist denn das Leben? Dein Sohn sagt: „Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben verliert?“ Ist Leben nicht mehr als essen und trinken, als arbeiten und genießen, als lachen und weinen? Dieses Leben- vergeht schnell.  Das wahre Leben- bleibt. Das wirkliche Leben- ist uns geschenkt. Es ist Dein Leben, unsterbliches Leben. Leben, das Du meinst, ist Vertrauen und Hoffen, ist Lieben und Menschsein, ist Preisung und Dank, ist Einssein mit Dir. Gott, lass mich dieses Dein Leben dankbar annehmen als ein Geschenk  ( In deiner Hand- Gebets-Meditationen  von Theo Schmidkonz SJ, EOS Verlag Erzabtei St. Ottilien 1987, S. 29 ).

 

Mk 4, 35-41 /20. „Boot SOS und der stürmische See“ – Pater Albert OSB – Tholey

Das heutige Evangelium ist eine Einladung an uns alle, die wir uns als Gläubige bezeichnen, mehr im Glauben und Vertrauen auf Gott zu wachsen.

Das Boot repräsentiert unser Leben als Individuen und als Gemeinschaft. Die Jünger saßen in einem Boot, das von einer stürmischen See bedroht war. Und das Boot begann zu sinken. Die Jünger weckten Jesus aus Angst und baten um Hilfe…. Sie beteten sozusagen zu Jesus… Und sie bekamen Jesu Macht über die Natur zu sehen. Sie wurden Zeugen von etwas Außergewöhnlichem, das über natürliche Phänomene weit hinausgeht.

Die Macht Gottes über die Natur, über das Wasser und den Wind wird in der ersten Lesung des Buches Hiob beschrieben. Die Verse 8 bis 11 sprechen von Gottes Kontrolle über das stürmische und chaotische Meer.

“Wer verschloss das Meer mit Toren, … als ich ihm ausbrach meine Grenze, ihm Tor und Riegel setzte und sprach: Bis hierher darfst du und nicht weiter, hier muss sich legen deiner Wogen Stolz?“

Gott stellt Fragen, die Hiob nicht beantworten kann, um ihm zu zeigen, wie wenig er über die Gedanken und das Wirken des Allmächtigen weiß. Ebenso konnten die Jünger die Wirkung sehen, aber noch nicht verstehen, mit wem sie es zu tun haben. „Sie waren erschrocken und fragten sich: „Wer ist das? Sogar Wind und Wellen gehorchen ihm!“ Jesus hat dieselbe Macht und Autorität über die Natur wie der Gott Hiobs.

Und so beteten die Jünger und konnten sehen, wie die Hand Jesu in schwierigen Situationen wirkte. Aber sie mussten auch einen Vorwurf hinnehmen. Jesus stellte ihren schwachen Glauben in Frage, der ihnen so viel Angst bereitete. Der Mangel an Glauben der Apostel erinnert uns daran, dass selbst diejenigen, die mit Jesus lebten und wandelten, seine Wunder sahen und seine Botschaft hörten, es immer noch schwer fanden, die ganze Zeit zu 100 Prozent zu glauben. Auf diese Weise waren die Jünger uns sehr ähnlich. Ihr Mangel an Glauben wurde jedoch getadelt – und damit auch unserer.

Manchmal befinden wir uns auch in dieser Situation einer „stürmischen See“. Es ist gut zu wissen, dass Jesus bei uns ist. Stellen Sie sich vor, was hätte passieren können, wenn Jesus nicht mit den Jüngern im Boot gewesen wäre? Es ist auch gut, zu ihm zu beten, während wir ein stürmisches Meer im Leben durchqueren. Wir können uns nicht nur auf unsere Mittel verlassen, um Schwierigkeiten oder Problemen zu begegnen. Wir müssen beten und um Gottes Hilfe rufen, genau wie die Jünger im Boot. Wie die Jünger fragen wir den Herrn: „Kümmert es dich nicht, mein Herr, dass ich versinke?“

Manchmal haben wir vielleicht den Eindruck, dass der Herr „schläft“ oder „sein Angesicht verbirgt“. Dies war schon im Alten Testament ein Thema. In Psalm 143 betet der Psalmist: Herr, erhöre mich bald, denn mein Geist wird müde; verbirg dein Antlitz nicht vor mir, damit ich nicht werde wie Menschen, die längst begraben sind.

Der Herr hat nie versprochen, dass wir im Leben keinen Sturm erleben werden – tatsächlich hat er uns gesagt, dass wir mit Schwierigkeiten rechnen müssen (Johannes 16:33). Vielmehr hat er versprochen, dass er im Sturm bei uns sein wird. Er wird seine Kinder inmitten von Schwierigkeiten niemals allein lassen; mit Beharrlichkeit werden sie überwinden (Jakobus 1:12).

Wenn der Herr die Stürme des Meeres mit einem Wort beruhigen kann, kann er auch die Stürme unseres Alltags beruhigen: Krankheit, Arbeitsplatzverlust, Eheprobleme und sogar den Stachel des Todes (1. Korinther 15:55). Aber wir brauchen Mut, um trotz des starken Windes und der tosenden Wellen weiterzumachen. Wir können diesen Mut bekommen, wenn wir mehr Vertrauen in Jesus haben. Dieses Vertrauen fehlte den Jüngern. Manchmal scheint er zu schlafen. Aber er tut es nicht. Wir wissen vielleicht nicht so viel darüber, was er im Einzelnen denkt und tut, aber wir wissen etwas über seine Macht, Liebe und Barmherzigkeit, die niemals schlafen.

Dieses Wissen wird nicht in Büchern oder dem Internet übermittelt, sondern nur aus Erfahrung gelernt. Je mehr wir Gott in unserem Leben erfahren, desto mehr wächst unser Vertrauen in ihn. Wie funktioniert diese Gotteserfahrung? Stellen Sie Gott einfach in den Mittelpunkt Ihres Lebens. Lassen Sie alle Gründe, Erklärungen und Bedeutungen von Ihm fließen und Ihr Leben wird eine göttliche Dimension finden, die voller Vertrauen ist.

Die Kraft und Liebe Gottes kann jedes stürmische Meer still machen. Und so beten wir: Herr Jesus, lass uns diese Kraft und diese Liebe erfahren. Amen